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GEHEN AUF EIS | 2005

Die Arbeiten handeln von Szenerien, in denen jeder Mensch real oder in seiner Innenwelt in Bewegung ist. Von nahe gesehen sind es Farbflecken, durch das Distanz nehmen und ändern des Blickwinkels, entstehen erst Landschaften. Von welchem Standort ich wahrnehme ist für deren Intensität entscheidend.
Eis steht für Brüchigkeit im Leben: Plötzlich einbrechen, auf dem Weg versinken, vor unüberwindbar scheinenden Landschaften anstehen.
Mich interessiert auch die Berg-Anarchie: Wie gewalttätig können Landschaften sein? Tauwetter, Steinschlag, Eisschmelze, Abstürze, Nebel. Einzelne Arbeiten sind Schürfarbeiten: Ähnlich einem Archeologen, versuche ich das Skelett der Landschaft durch Auswaschen freizulegen.
Die Arbeiten zeigen in ihrer Reduziertheit ihre innere Energie, fernab von Idyllen. Gehen auf Eis.

Konrad Abegg